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kinsale

Wenn man einmal den Weg aus Cork heraus gefunden hat, ist Kinsale gerade mal eine knappe halbe Stunde Fahrt entfernt. Viele Städter machen sich an den Wochenenden auf in den kleinen mediterran anmutenden Hafenort, um dort entspannte Stunden in einem der Cafés, Pubs oder auf einer ihrer Yachten oder Boote zu verbringen.

Zehn Gehminuten von City Centre entfernt liegt Dempsey's Hostel (http://www.independenthostelsireland.com/Munster/cork/dempseys.htm). Im Sommer ganz prima, weil es eine Tischtennisplatte und einen kleinen Pool gibt. Im Winter ist es innen ein wenig frostig, weil Rory, der das Hostel betreibt, Öl sparen muss. Wenn die Heizung aber mal läuft, dann kann man im Zimmer auch gleich saunieren. Praktisch. Die beiden Dauergäste Dennis (Handwerker auf Montage) und George (Musiker und Englischlehrer im Ruhestand) können beim Gepäckschleppen und Reparieren etlicher Dinge behilflich sein. Sehr praktisch. Nebenbei summt George immer ein Liedchen. Auch an meinem ersten Abend in Kinsale tat er das ausgiebig und begleitete sich selbst auf der Gitarre. So haben wir also musizierend etliche Stunden verbracht – gute Einstimmung auf einen Musikabend in der Stadt. Und überaus praktisch.

Das kleine kostenlose Heftchen „What's on“ gibt es in vielen irischen Städtchen. Werbung und Information gehen Hand in Hand. Rorys Familie betreibt offensichtlich außer dem Hostel noch einen Reifenservice, eine Autowerkstatt und eine kleine Tankstelle – alles direkt am Hostel … Und einige Veranstaltungstipps der Woche stehen säuberlich aufgereiht am Ende des Heftchens – also trad. Session im Pub „Seanachai“.

Vor drei Monaten hat das ehemalige „An Seanachai“ unter dem Namen „Seanachai“ wiedereröffnet. David, der neue Besitzer war vorher als Konstrukteur selbständig und hat einige neue Veranstaltungsreihen eingeführt. Die trad. Session in der Woche (mit einigen Musikern aus dem Ort, die keine feste Band bilden) ist allerdings eine langjährige Institution. An diesem Abend sind sechs Menschen mit Instrumenten am Sessiontisch versammelt. Eine Frau, fünf Männer, zehn Instrumente: Badhron, Cajon (und dazu manchmal Jazzbesen), Banjo, Gitarren, Accordion, Fiddles. Es geht los mit den aufsteigenden und abfallenden Melodiebögen auf Fiddle und Gitarre, das Banjo kommt dazu, eine weitere Melodie legt das Accordion darüber. Eine kleine Weile vergeht, das Tempo zieht an und die Badhron steigt ein und treibt alles noch einmal nach vorne und treibt und treibt. Die Melodien springen umeinander, drehen sich eine Weile miteinander, entfernen sich wieder voreinander und damit nimmt auch das Tempo wieder ab, die Badhron verabschiedet sich, die Melodiebögen werden zu einer einzigen Melodie und nach einem letzten Aufwärtsbogen kommen alle am Ende an. Schön.

Überraschend fängt im nächsten Stück einer der Gitarristen zu singen an. Es muss ein irisches Lied sein (einige aus dem Publikum singen leise mit), mutet aber auch irgendwie spanisch an – was wohl auch an der Cajon liegt, die vom Percussionisten mit Händen und Jazzbesen abwechselnd gespielt wird. Es geht ein mediterraner Zauber von diesem Stück aus, das am Ende so leidenschaftlich wird, dass der altersschwache Gurt der Gitarre nur noch an einem Faden hängt. Das Lied endet, der Zauber weicht langsam und der Gitarrist brennt mit einem Feuerzeug den Restgurt vom Instrument.

Geschmeidig bewegt sich die junge Frau mit dem Accordion (der Rhythmus scheint den Armbewegungen nicht zu entsprechen und doch passt am Ende alles wunderbar zusammen) und gibt die neue Phrase vor. Lange Figur, die sich auch wieder auf und ab bewegt, aber einen anderen Weg geht – komplex, leidenschaftlich, nicht fröhlich. Die anderen Musiker steigen nach und nach ein, je nachdem, wie lange sie brauchen, um die ihnen nicht geläufige Phrase aufzunehmen. Unter dem ganzen Melodiebogen (es ist nur dieser eine) strukturiert die Badhron und gibt das Tempo vor. Als alle Musiker einige Male die Abfolge immer schneller werdend gespielt haben, folgt reihum ein ganzer Durchlauf Soli (min. eins pro Instrument) über dem Melodiebogen. Die Gitarristen glänzen, der Fiddlemann nimmt gelassen erst die zweite Runde in Angriff, der Banjomann patzt zuerst, um dann richtig gut aufzuräumen und der Percussionist darf zwei super Runden drehen. Nach diesen Soloausflügen kommen alle wieder in den ursprünglichen Melodiebogen zurück. Das Tempo wird herausgenommen und die Musiker schleichen sich rückwärts aus dem Stück, bis die Frau am Accordion das letzte Mal das Instrument bewegt. Beeindruckend.

Im Gespräch mit den Sessionisten fallen Namen von Bands oder Musikern aller Richtungen, die ich unbedingt hören soll und zumeist auch irgendwann in Kinsale treffen würde:

1. „Karma Parking“ (https://www.facebook.com/pages/Karma-Parking/121298151231788?fref=ts)

- hätte ich mir live in Kinsale anhören können, weil sie dort beheimatet sind ...

2. „Reggie Watts“ (http://www.reggiewatts.com/)

- Hörtipp

3. „Katchafire“ (http://www.katchafire.co.nz/news)

- Hörtipp

4. „Like a fire“ http://likeafiremusic.com/ oder https://www.facebook.com/likeafiremusic?fref=ts

- heißt eigentlich Gary und macht an diesem Abend in Kinsale Musik mit

5. „Stephanie Rainey“ (http://stephanierainey.com/)

- spielt wie die meistens Musiker in Kinsale in verschiedenen Kombos

6. „Oliver Mtukudzi“ http://www.youtube.com/watch?v=TcC8vP0aMd8&list=TL-qBk-YY18QkKngc49hDiRrzzlDYAtDG oder http://www.tukumusik.com/

- Hörtipp


Wie üblich wird die Lokalität auch an diesem gewechselt. Im „White House“ ist ebenfalls eine trad. Session angesetzt und gespannt gehe ich hinein. Flötentöne sind zu hören und Proberaumatmosphäre drängt sich auf … Musiker sind am Sessiontisch versammelt, am benachbarten Tisch sitzen offensichtlich die Nachrücker, die später auch gern einsteigen wollen. Erstaunlich, weil die Session so schlecht ist, das ich nach 20 Minuten wieder gehen muss – mir brennen die Ohren! Gut zu wissen, wo ich nicht mehr hingehen muss ...

24.11.13 00:21
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


HaChaMü (25.11.13 13:07)
Reggie Watts ist schon krass, oder?

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