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dungarvan

Keine Stunde von Waterford entfernt liegt ein wunderschöner Ort in einer der wenigen Gaeltacht-Gebiete an der Südküste Irlands: Dungarvan. Hinein führt eine unscheinbare Straße mit einigen Geschäften, ein paar Wohnhäusern und einer Tankstelle. Das Auto darf hier parken, während der anstehende Erkundungsgang ins City Centre führt. Zwei Minuten später: City Centre. Fünf Minuten später: Hafen bei Ebbe.

Dungarvan ist ein kleines Städtchen in der ebenso benannten Bucht, dass durch die Flußmündung des River Colligan geteilt ist. Über Brücken oder auch manchmal durch den Fluß (bei Ebbe) und natürlich im Boot (bei Flut) kann man zu fast jeder gewünschten Stelle gelangen. Im City Centre kann man alles erlaufen, selbst den Golfplatz an einem Ende der Stadt. Vorbei kommt man an Kirchen, Friedhöfen, einer alten Burg, Schulen, Pubs, Einkaufszentren und immer wieder Wasser. Mal ist es fast gar nicht da und nur die Tiere versetzen das Wasser und die für Stunden sichtbare Unterwasserwelt in Bewegung. Sandbänke sind bevölkert und von Muscheln übersät.

Mit der einsetzenden Flut kommen die Fischer und einige Ausflugsboote wieder in den Hafen zurück. Dabei folgen sie einer kurvigen, von Bojen markierten Route, um nicht ungewollt anzulanden. Schwärme von Möwen begleiten die Schiffe auf ihrem Heimweg.

Die ansässigen Lokale und die renommierte Kochschule profitieren vom frischen Fisch. So auch das Gasthaus „Moorings“ (http://www.mooringsdungarvan.com/), das direkt am Hafen liegt und ein Zimmer mit Blick auf den Hafen für mich hat. Stundenland unterhält und erholt das Auf und Ab der Tide müde Städteraugen.

 

Die Sonne scheint hell, dann verschwindet sie hinter Dunstwolken, es regnet kurz, es klart auf, ein Regenbogenfragment zeigt sich zwischen gewaltigen dunkelgrauen Wolkengebilden und nebenbei bewegt sich das Wasser und mit ihm Boote, Vögel, Muscheln, Menschen …

Am Abend füllt versammeln sich die Anwohner, Urlauber und etliche Vergnügungswillige aus den umliegenden Orten in Dungarvans Pubs. Mein Weg führt ins „The Local“ (http://www.thelocal.ie/). Zufällig ist an diesem Abend traditionelle Session angesetzt, wie mir der mit am Tisch sitzende Einheimische erklärt. Er heißt Connor Power (https://www.facebook.com/connor.power.184?fref=ts Musiker und Toningenieur), der selbst schon im Local und europaweit aufgetreten ist. Er komponiert und nimmt jede Art von Musik in seinem Studio in Dungarvan auf. Um mir einen Einstieg in die irische traditionelle Musik zu geben, nennt er mir die Bands Danú (http://danumusic.com/) , Caladh Nua (http://www.caladhnua.com/), Solas (http://www.solasmusic.com/band.php) und den Musiker Liam Clancy (http://www.liamclancy.com/). Mit Liam Clancy und Danú hat Connor natürlich auch schon gespielt …

Die Session beginnt. Drei Musiker spielen mit Fiddle, Accordion, Gitarre und Flute beeindruckend melodiös, schnell, rhythmisch treibend, komplex und auf eigenartige Weise sich wiederholend. Ich habe Schwierigkeiten, das Taktmaß zu identifizieren und die einzelnen Liedteile voneinander zu unterscheiden. Doch die Musik treibt stetig voran und die Füße bewegen sich von ganz allein. Bei zwei der anwesenden Damen zuckt nicht nur ein Füßchen – sie legen mal eben jeweils ein kurze Tanzeinlage hin. Dann wieder nur der treibenden Rhythmus und die sich auf- und abwärts bewegenden Melodiebögen. Zeitschleifenmusik. Richtig gute Zeitschleifenmusik! Ein vierter Musiker steigt ein. Er war Gründungsmitglied von Danú, ist nun Betreiber des „Local“ und spielt die Trommel Bodhran mit Hingabe. Er kraucht fast in das Instrument, was bei seiner Fülle und dem recht kleinen Instrument auf den ersten Blick unmöglich scheint. Und doch: Angeschmiegt an das Ziegenfell, mit geschlossenen Augen, im Takt arbeitend gibt er der Musik eine fette Basis und durchsetzt das Zeitschleifengefühl mit Breaks, die von mehr als nur einer Trommel zu kommen scheinen! Irish trad. session at its best :-)

An diesem Abend wechseln sich an der Fiddle zwei Musiker ab, der Gitarrist greift zur Flöte, einer bearbeitet den irischen Dudelsack Uilleann Pipes und die Trommel wird von drei Männern unterschiedlich gespielt. An den Barmann kommt aber irgendwie keiner mehr heran ...

 

20.11.13 14:29
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


HaChaMü (20.11.13 20:10)
Zauberhaft! Ich beneide Dich. In meinem nächsten Leben mach ich auch solche Tour :-)

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