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... aus versehen ring of kerry

Was ich bei meinem Abstecher nach Kenmare gar nicht realisiert hatte, war, dass ich durch eine Pforte den Ring of Kerry (http://de.wikipedia.org/wiki/Ring_of_Kerry) betrat.


Sally und ich waren doch nur den Hinweisen den Hertz-Mannes und der eigenen Nase gefolgt. So also folgten wir der Coast Road entlang der Küstenvielfalt und durch andere abwechslungsreiche Landschaften, die mit Küste nicht viel zu tun haben. Und genau deshalb muss man einfach viele kleine Fotostopps einlegen … das tun hier peinlicherweise alle Touris:

 

Waterville

Ziel des Tages war eigentlich ein Ort mit dem hübschen Namen Ballynahow - „Bally“ ist das irische Wort für „Ort“ oder „Stadt". Kurz vorher jedoch hat ein Strand mit lila Steinen meine Aufmerksamkeit so lange gefesselt, dass ich eines der Hostels vor Ort (das geöffnete Kerry Way Hostel ohne aktuelle Website) beehrt habe.

Manager Dylan kommt ursprünglich aus Dublin, ist viel herumgereist und hat sich vor vier Jahren in Waterville niedergelassen. Dieser kleine Ort ist für ihn der schönste Ort der Welt – im Sommer. Im Winter reist er meistens für drei Monate in die Sonne … In diesem Jahr hat er den Umzug des Hostels in ein größeres, ehemaliges Hotelgebäude gestemmt und hat in der Nebensaison noch einiges zu tun: eine vollständige Küche installieren, einige elektrische Leitungen erneuern, eine eigenständige Heizungsanlage einführen und nebenbei Playlists für seinen Nebenjob als DJ anlegen. Für die kommende Saison will er auch schon mal Personal über die Website http://www.workaway.info/ anwerben. Soll ich auch mal ausprobieren, meint er.

Dylan also bietet mir ein traumhaftes, riesiges Hotelzimmer mit Heizkörper ohne Wärme, dafür mit drei Decken und zwei Wärmflaschen. Den in Hostels üblichen Gemeinschaftsraum habe ich für mich allein, ebenso die Küche – ein ehemaliges Hotelzimmer, in dem es zwar kein Wasser und keinen Herd gibt, dafür aber jede Menge charmante antiquierte Möbel. Gut daran ist, dass Dylan den Abwasch machen muss, nicht ich :-)

Nach einem ausgiebigen Spaziergang am Strand dämmert es und Dylan lädt mich zu einer Session am Abend ein. Ein Pärchen und seine Freundin kommen in den Empfangsbereich des Hostels (der üppig mit Musikinstrumenten ausgestattet ist) und bringen jede Menge Gutes mit. Ich darf sie bei ihrer erst zweiten Probe als Musikkombo des Ortes beobachten, darf von den mitgebrachten Köstlichkeiten nehmen, darf mir Musik wünschen und finde alles prima. Sie singen und spielen mit zwei Gitarren, einer Flöte und etlichen Percussioninstrumenten „Halleluja“ (z. B. http://www.youtube.com/watch?v=llyADThAg5o) und „I got you Babe“ (http://www.youtube.com/watch?v=BERd61bDY7k) und etliche andere Highlights - manche (er)kenne ich nicht und frage lieber nicht nach ... Zusammen probieren wir uns noch an Mercedes Benz von Janis Joplin (http://www.youtube.com/watch?v=C-GFqhCq2HA). Später am Abend kommt ein weiteres Pärchen herein, das zufällig auf dem Heimweg von der nahe gelegenen Insel Valentia am Hostel vorbeigelaufen ist. Sie stimmen mit ein und erzählen dann später, dass sie (ursprünglich aus Israel, lebt derzeit aber in London) nur zu Besuch bei ihrem Freund (aus Waterville, lebt derzeit in Dublin) ist und beide bald wieder zu ihren jeweiligen Studienorten zurückkehren müssen. Dylan lädt alle Anwesenden für den nächsten Nachmittag zum Fischgrillen am Strand ein – schöne Idee.

Nach einer überstandenen Nacht unter drei Decken mit zwei Wärmflaschen ist die warme Dusche eine Wonne! Fischgrillen am Strand finde ich immer noch gut. Aber die Aussicht auf eine weitere Nacht in Gesellschaft von wärmeschaffenden Hilfsmitteln treibt mich weiter. So verlassen also Sally und ich den Ort, der Charlie Chaplin über Jahre hinweg als Sommerressort gedient hat. Zum Abschied hält direkt vor meiner Nase ein Truck, heraus springt Charlie Chaplins Doppelgänger und macht von sich selbst ein Foto neben dem kleinen Chaplin-Standbild vor dem Hostel :-)

 

Valentia Island

In der Nähe von Waterville befindet sich der westlichste bewohnte Punkt der Iveragh-Halbinsel – Valentia Island (http://de.wikipedia.org/wiki/Valentia_Island). Über die schmalste und steilste aller Küstenstraßen kommt man nach Portmagee (http://de.wikipedia.org/wiki/Portmagee), von dort aus fährt man einfach über eine Brücke und befindet sich schon in einer zauberhaften Kulisse von pittoresken Gebäuden, verwunschenen Orten, Wasser in buntschimmernden Mengen und beeindruckenden Landschaftsbildern.

Dazu gehört neben dem umtosten Leuchtturm auch der grauglänzende Steinbruch „Grotto“

der kleine Glockenturm am Hafen vom Hauptort Knightstown und die wahrscheinlich kleinste Autofähre in Irlands Westen.

Aus reiner Neugier frage ich im einzigen geöffneten Hotel nach einem Zimmer – 65,- Euro ist der erste Preis (Heizung, Nebensaison, extra Aufwand für Single Room), 50,- Euro das Angebot auf erneute Nachfrage (Bed & Breakfast bekäme man für 35,- Euro) …

Als ich die Insel nach drei Stunden Verzauberung wieder verlasse, entferne ich mich mit jedem Meter aus einem Märchenland. Nach einer Stunde Fahrt im Dämmerlicht auf dem abenteuerlichen Ring of Kerry erreiche ich das Tagesziel Killorglin.


Killorglin

Von diesem kleinen Städtchen hatte ich in einem Reiseführer gelesen. Über 50 Pubs soll es geben und das bei nur 2000 bis 3000 Einwohnern. Nachgefragt habe ich das am Abend im Pub Sheahans (Die Betreiberin des sehr guten B&B Laune Bridge House http://www.launebridgehouse.com/ hatte die dortige Trad Session empfohlen.). Und tatsächlich gab es einmal 50 Pubs im Ort, was vor allem am Puck Fair – einer verrückten jährlichen Veranstaltung rund um die älteste Sage Irlands http://puckfair.ie/ – lag. Das Fest gibt es seit 400 Jahren, aber inzwischen sind es nur noch 22 Pubs.

In den Pub Sheahans gehen die „locals“. Donnerstags und sonntags spielen zumeist dieselben Musiker aus der Gegend ein wechselndes Programm. Und musizierende Gäste sind willkommen! Das verspricht nicht nur das Schild im Fenster, sondern wird auch rege praktiziert. Neben einer in ganz Kerry (durch Radiokerry http://www.radiokerry.ie/) bekannten Sängerin und Gitarristin Mary M. sind am Sessiontisch Musikanten mit Fiddle, Accordion, einer weiteren Gitarre, zwei Percussionisten versammelt und Mikrofone zu finden. Um halb zehn legen die Musiker los.

Irische Melodien ertönen, Fiddle und Accordion gehen voran, Gitarren folgen, Trommeln und andere rasselnde Instrumente gruppieren … ja, sie teilen die vorher für mich nicht nachvollziehbaren Tongebäude in begreifbare Einheiten! Plötzlich bekommt der Block „trad. music“ Fenster und Türen :-) Erstaunlich ist, dass die beiden Percussionisten erst vor zwei Jahren von Holland nach Irland gezogen sind. Das Pärchen erklärt mir auf Deutsch, dass sie eine wöchentliche Session bei sich zu Hause abhalten und laden mich dazu ein – wird mir eine Ehre sein, sollte ich tatsächlich mal wieder vor Ort sein. In der Zwischenzeit kann ich mich auch über diese beiden im Netz (https://www.facebook.com/cees.vanhattem?fref=ts http://www.youtube.com/playlist?list=PL5245B1F9A1DAFFFB) informieren. Sie wollen nie wieder nach Holland zurückgehen und können Killorglian nur wärmstens als Wohnort empfehlen. Nun denn.

Auf zwei traditionals mit den üblichen sich auf- und abwindenden Melodiebögen folgen zwei Folksongs. Es wird also tatsächlich gesungen. Und der ganze Pub stimmt mit ein. Als nächstes geht es bunt durcheinander: Johnny Cash http://www.youtube.com/watch?v=7RgUK8ug3Ys ,vom Gitarristen gesungen, darf hier neben den Einlagen der Gäste existieren und selbst der Pubbesitzer Dodo lässt sich zu einem sehr eigenen „Whisky in the jar“ (z. B. The Dubliners http://www.youtube.com/watch?v=46EXY4oP1Do) hinreißen … der sonst typische irische Pubwechsel bleibt an diesem Abend aus. „Weil die Atmosphäre stimmt“, wie Dodo erklärt. Und so wandern alle lange nach der Sperrstunde zufrieden in die Nacht hinaus.

Nach dem Aufenthalt in Killorglin verlasse ich den Ring of Kerry, weil dort keine weiteren Orte mit offenem Wasser mehr zu finden sind. Andere Orte locken.

Nächstes Ziel: Dingle.

2.12.13 00:38


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bantry und kenmare

Ein schönes kleines Städtchen mit Hafen und einer kleinen Insel in Sichtweite taucht plötzlich auf. Nach einer langen, etwas öden Tour durch die angeblich so schöne Landschaft West Corks ist das wie Frischluft fürs ästhetisch aufs höchste verwöhnte Hirn!

Nur noch an der Tankstelle vorbei, dann ist es geschafft. Bantry (http://www.bantry.ie/site42/) öffnet sich. Ein Markt- oder eher ein Promenierplatz liegt leicht erhöht zwischen drei unterschiedlich gestalteten Häuserzeilen. Eine ist bunt, Shops und Wohnungen. Die zweite ist in allen Grautönen dieser Welt gehalten und beherbergt das Touri Büro und das Bürgeramt der Stadt (in dem ich mich nach einem freien Zimmer erkundige, weil ich da noch nicht geschnallt habe, dass das Touri Büro wegen Nebensaison geschlossen ist und auf keinen Fall mit dem Bürgeramt kooperiert ...). Eine schöne Kirche, die Freiwillige Feuerwehr (praktisch, so nah am Wasser) und einige B&B begrenzen den Platz an der dritten Seite. Die vierte ist Wasser.

In dem Städtchen ist gerade Mittagspause. Die in Schuluniformen umherlaufenden Kinder stürmen sämtliche Lebensmittelgeschäfte, Handwerker essen in ihren Autos, Büromenschen packen ihre Sandwiches aus und stellen sich zum Essen ans Fenster.

Sie schauen abwechselnd auf die Bibliothek, die neben dem (!) berühmten Mühlrad steht oder wahlweise auf die kleine bunte Geschäftsstraße oder auch mal in die Gasse, die zur Hälfte Naturstein als Fassade aufweist, und deren Behausungen in eben diesen eingebaut wurden ...

Es gibt etliche Pubs in Bantry. Es gibt auch einige Hotels in Bantry. Und es gibt natürlich Charity Shops in Bantry. Und es hängt alles irgendwie zusammen: Als ich in einem der Charity Shops nach Livemusik am Abend frage, gibt es erst einmal mitleidige Blicke. Hmm, das sähe ja nicht gut aus. Musik gäbe es außerhalb der Saison eigentlich nur am Wochenende. Und diese dann vor allem in den Hotels. Die seien jetzt geschlossen. Also richtig verrammelt für einige Monate. Naja, Weihnachten sei noch eine Ausnahme. Wenn genug Reservierungen zusammenkommen, dann öffnete das eine oder andere Haus vielleicht doch noch die Pforten für zahlungskräftige Kundschaft. Aber für einen kleinen Plausch könne man als einzelne Frau durchaus in den Pub „Mariner“ gehen. Und wenn ich dort einen guten Bantry-Boy kennenlernte, müssten sie (die Damen aus dem Charity Shop) die ersten sein, die es erführen …

Nach einem ruhigen Abend mit Spaziergang durch die Stadt und dem unterhaltsamen irischen Fernsehprogramm (und später einem Filmchen aus der ZDF-Mediathek) schlafe ich schließlich ein. Hilfreich an diesem kalten Abend ist dabei auch der zusätzliche Halogenheizer, den mir die Dame des Guesthouse auf Nachfrage ins Zimmer stellt. Zum Schlafen stelle ich das gute Gerät dann doch ab, ist einfach zu hell …

Das Frühstück am nächsten Morgen ist irgendwie in Ordnung. Ich unterhalte mich mit der Schaufenstermalerin von Bantry, die den Nebentisch für ihre Utensilien benutzt. Während ich esse, wischt sie an den schmutzigen oder beklebten Stellen des Fensters herum, kratzt alten Kram herunter und malt dann freihändig Hollyberries (http://en.wikipedia.org/wiki/Holly) auf die Scheibe. Was tatsächlich sehr schön aussieht! Da die Iren momentan alle wie verrückt weihnachtlich schmücken, hat sie auch gut zu tun. Nicht alle wollen selbstgemalte Weihnachtsmotive haben, aber alle dekorieren irgendwie. Und gesetzt ist der 6. Januar als letzter Tag fürs festlich geschmückte Äußere. Die Schaufenstermalerin gibt mir noch einige Reisetipps mit auf dem Weg – Kenmare findet sie toll, es sei so ganz anders als Bantry. Und in Sligo sollte ich unbedingt auf einen bestimmten Berg steigen … werde ich machen.

Nach diesem guten Start in den Tag mache ich mich auf ins so idyllisch beschriebene Kenmare (http://www.kenmare.ie/). Es ist tatsächlich anders als Bantry. Und natürlich auch ähnlich. Mir gefällt es besser. Begrüßt werde ich von der pittoresken Nobel-Einkaufsstraße des Örtchens. Die Farben leuchten, die uniformierten Schulkinder lärmen, stürmen sämtliche Lebensmittelgeschäfte, Handwerker essen in ihren Autos, Büromenschen mümmeln ihre Sandwiches …. und so weiter.

Und doch ist es anders, denn in Kenmare ist Markttag. Am Straßenrand stehen einige Händler und bieten regionale Produkte und auch andere nützliche Dinge an. Ich hätte mir mein erstes eigenes Huhn kaufen können :-) Stattdessen schlendere ich durch die Stadt, schlendere noch einmal anders herum und gehe zur Sicherheit noch ein drittes Mal außen herum.


Dann esse ich eine Suppe, die am Markttag immer besonders günstig angeboten wird, mache noch ein Foto und verabschiede mich nach dieser erfüllten Stunde von Kenmare.


29.11.13 21:09


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